Keine Angst: das Buch ist kein dicker Wälzer. Mit nur 112 Kleinseiten kommt der HECEAS-Band über „Islamische Internationalisten“ eher bescheiden daher. Und das Schöne an der Broschüre ist: sie ist gut lesbar, trotz des berechtigten wissenschaftlichen Anspruchs. Dem Autor ist es gelungen, in knappen Sätzen Wichtiges differenziert darzulegen, ohne unzulässig zu vereinfachen. Dass Quellenangaben weitgehend fehlen, mag den Fachmann ärgern, für den interessierten ‚Laien’ ist es zweitrangig. Und von dem in Bochum tätigen Orientalisten und Islamwissenschaftler Johannes Grundmann ist zu erwarten, dass er seine Informationen belegen kann.
Das ist bei dem Thema – es geht um die „Muslimbruderschaft“ und die „Islamische Weltliga“ – wichtig, denn die Neigung, Autoren zu verklagen, scheint bei Islamisten – also bei Vertretern des politischen Islam – auffallend stark zu sein. Mit der Nennung konkreter Namen von Muslimbrüdern in Deutschland, die zwar als solche bekannt sind, ihre Mitgliedschaft aber bestreiten, geht der Autor sicher auch aus diesem Grunde sparsam um.
Damit ist auch schon ein Zustand angesprochen, der besonders für die Muslimbruderschaft (künftig MB) charakteristisch ist: Sie ist seit Anfang der 1980er Jahre zwar international organisiert, die Mitgliedschaft wird aber häufig verschwiegen, ja vehement geleugnet. In vielen Ländern – so auch in Deutschland – arbeitet die MB klandestin, also als eine Geheimorganisation, vorzugsweise in Verbänden mit anderen Namen. Das hat sicher damit zu tun, dass die MB in mehreren Ländern offiziell verboten ist, so auch in ihrem Ursprungsland Ägypten, wo sie 1928 von Hassan al-Banna als islamische „Reformbewegung“ gegründet wurde.
Verfolgung und
Geheimhaltung
haben stark zu
ihrer Verbreitung
beigetragen |
Inoffiziell hat die MB in Ägypten freilich alle gesellschaftlichen und politischen Bereiche inzwischen infiltriert und ist hier nicht mehr zu ignorieren, auch wenn zahlreiche Muslimbrüder inhaftiert oder zur Auswanderung genötigt wurden. Indes haben Verfolgung und Geheimhaltung wohl stark zu ihrer weltweiten Verbreitung beigetragen. So hat sich – wie es das prominente frühere MB-Mitglied, der geistige Mentor der Bewegung, Scheich Yussuf al-Qaradawi, einmal gesagt hat – „das Unglück [der Vertreibung] zur Wohltat gewandelt.“ In 70 Ländern ist die MB heute vertreten, teilweise in Zellen-Strukturen und Kleingruppen mit starker Abschottung.
Ihre Ziele – vor allem die Errichtung einer „wahrhaft islamischen Herrschaft“ – richten sich auf eine Islamisierung von Politik und Gesellschaft im Sinne eines rückwärts gewandten Islamverständnisses. Nützlich für die Verbreitung der MB, gerade auch im arabischen Raum, war wohl auch, wie der Autor hervorhebt, das „saudische Wohlwollen“. Und saudisches Geld floss reichlich, vor allem zum Aufbau islamischer Zentren in Europa.
Das gilt etwa für die Zentren in Genf und München sowie für das „Islamische Zentrum Aachen“, das den syrischen Muslimbrüdern zugeordnet wird. Wie in Grundmanns Buch nachzulesen, fanden nach inzwischen veröffentlichten Erkenntnissen eines ägyptischen Geheimdienstoffiziers 1978 in Aachen und München Treffen führender Muslimbrüder statt, „in deren Rahmen seiner Meinung nach die IO („Internationale Organisation“) gegründet wurde.“ Darunter war auch der langjährige Leiter des Aachener Zentrums – Bilal-Moschee, Issam al-Attar, sowie der Milliardär Yusuf Nada.
Ein paar für Deutschland interessante Details, die in dem Buch von Johannes Grundmann nicht enthalten sind, seien an dieser Stelle hinzugefügt. Im Münchner Zentrum fand am 3.11.1973 die Generalversammlung der Vorgänger-Organisation der heutigen „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) statt, die sich damals noch „Islamische Gemeinschaft in Süddeutschland nannte. Zu den bei dieser Gelegenheit neu aufgenommenen Mitgliedern zählten laut Protokoll Isam El Attar sowie Nadeem Ata Elyas und seine Ehefrau. Unter Dr. Nadeem Elyas wurde später (Mitte der 1990er Jahre) der „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) gegründet, deren Vorsitzender Elyas bis Anfang 2006 war.
Schon damals, also 1973, wurde laut Protokoll über einen zentralen Verband nachgedacht, und zusammen mit Mahmoud Riyad Ghalaini wurde Dr. Nadeem Elyas gebeten, Vorschläge für einen „Islamischen Rat in Deutschland“ als Dachorganisation zu erarbeiten. 1980 kam dann der im Januar 2004 zum Führer der weltweiten Muslimbruderschaft eingesetzte Muhammad Mahdi Akef nach Deutschland und leitete das „Islamische Zentrum München“ (IZM). Zu dieser Zeit war Nadeem Elyas noch Mitglied im IZM und in der IG Süddeutschland.
Interessant auch dies: Auf einer Mitgliederliste der IG Süddeutschland (Jahresversammlung vom 6.12.1982) stand auch der hier als „Sekretär“ aufgeführte Yusuf Zeynel Abidin. Er war Muslimbruder und einer der wichtigsten Gründer der seit Jahren vom Verfassungsschutz als extremistische Organisation bezeichneten „Milli Görüs“ (= nationale Sicht) in Deutschland. (Seine Tochter Emel hatte sich über viele Jahre im Berliner Islam aktiv betätigt – bis zu ihrem viel beachteten Entschluss im vergangenen Jahr, ihr Kopftuch abzulegen.) Wie so mancher Muslimbruder ist auch Abidin „gewandert“ – vom „Verband der Islamischen Kulturzentren“ (VIKZ) zu Milli Görüs und zu seiner geistigen Heimat, den Muslimbrüdern.
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Die heutige „Islamische Gemeinschaft in Deutschland“, geleitet von Ibrahim el-Zayat, der bestreitet, Mitglied der Muslimbruderschaft zu sein, ist nach Berichten der Verfassungsschützer weiterhin die Heimat der MB. Wie Grundmann schreibt, wurde el-Zayat IGD-Präsident, „da sein Vorgänger [Ghalib Himmat] auf Grund seiner direkten Verbindungen zum Taqwa-Finanzwerk nicht mehr zu halten war“. Die oft als „Bank der Muslimbrüder“ bezeichnete Taqwa-Bank geriet seit 2001 in die Schlag-zeilen, da über sie Gelder an radikalislamistische und |
terroristische Organisationen geflossen sind, auch an die palästinen-sische Hamas, die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangen ist.
Doch zurück zur weiteren Entwicklung der MB. Johannes Grundmann hat in seinem Buch vor allem ihre internationalen Strukturen und deren Entwicklung im Blick. Diese vollzog sich nach dem Verbot 1954 (unter Nasser) zunächst in der Golfregion, wohin die Brüder flohen, vor allem nach Saudi-Arabien, wo sie für den Bildungssektor willkommen waren. „Als zentrales Element des entstehenden Netzwerks der Bruderschaft erwiesen sich die zahlreichen ägyptischen Lehrer.“
Eine Hauptrolle spielte Said Ramadan, ein enger Vertrauter des MB-Gründers al-Banna. Angemerkt sei hier, dass Said Ramadan, der Vater des heute in der Schweiz lebenden, aber auch in Frankreich und England aktiven, doch wegen seiner ideologischen Nähe zur MB umstrittenen Tariq Ramadan war. Grundmann schreibt über die Rolle von Said Ramadan Anfang der 1960er Jahre: „Inhaltlich argumentierte Ramadan mit dem streng konservativen Islambild der Bruderschaft, was sie mit Blick auf die internationalen Ambitionen der Saudis zu einem geeigneten Partner machte. Gleichzeitig nutzte man beispielsweise für den Kontaktaufbau nach Deutschland Verbindungen zu ehemaligen Nazis, die bis in die dreißiger Jahre zurückreichten.“
Durch die guten Verbindungen zu Saudi-Arabien bestanden, wie der Autor überzeugend darlegt, auch gute Beziehungen zu der 1962 in Mekka – offiziell als Nichtregierungsorganisation – gegründeten „Islamischen Weltliga“. Es gibt aber, so Grundmann und auch weitere Fachleute, „eine deutlich erkennbare Funktion“ der Weltliga „innerhalb der saudischen Außenpolitik.“ Als Ziele ihrer Arbeit nennt die Weltliga freilich religiöse Elemente, nämlich „die Festigung des islamischen Bewusstseins, die Stärkung innerislamischer Solidarität, die weltweite Unterstützung islamischer Anliegen (insbesondere der Anliegen islamischer Minder-heiten) sowie die ebenfalls weltweite Durchsetzung einer islamischen Ordnung auf der Grundlage der Scharia“, des islamischen Rechts.
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Die Islamische Weltliga betreibt „ein internationales Netzwerk durch Bildungs- und Kulturarbeit sowie humanitäre Hilfe und Gesundheitsprojekte.“ Die Ölpreisexplosion in den 1970er Jahren machte den Aufbau des „durchstrukturierten Apparates“ |
möglich. Von 1975 bis 1987, also in 12 Jahren, flossen in die internationalen Aktivitäten 48 Milliarden Dollar, in den 14 Jahren von 1988 bis 2002 waren es 70 Milliarden. Die inhaltlichen Ziele decken sich zum großen Teil durchaus mit den Zielen der Muslimbrüder. Freilich sollte man, so der Buchautor, stets im Auge behalten, dass die Weltliga „klar antisemitische (sprich antijüdische) Positionen vertritt.“
Im Jahr 2003 veröffentlichte sie in der eigenen Monatszeitschrift „Al-Rabita“ eine Serie unter dem Titel „Der Plan der Juden, die Welt zu beherrschen“. Hauptquelle waren die in Russland fabrizierten „Protokolle der Weisen von Zion“. Vor allem aber, so der Autor, fordere die Weltliga,“ in allen Schulen in der islamischen Welt“ das Fach „Gefahren des Zionismus“ verpflichtend einzuführen. Das verwundert nicht, hat doch erst kürzlich eine US-amerikanische Studie bei der Untersuchung von 12 saudischen Lehrbüchern festgestellt, dass trotz aller gegenteiligen Beteuerungen aus dem saudischen Königshaus auch weiterhin Hass auf „Ungläubige“, auf Juden und auf „den Westen“ gelehrt wird (s. auch „Sicherheit Heute“ 31.5.2006: http://www.sicherheit-heute.de/gesellschaft/islamismus,209,Saudi-Arabien_Schulbuecher_lehren_Hass_auf_Unglaeubige,news.htm
Und der Autor meint, es genüge ein Blick in die arabischen Publikationen der Weltliga, „um die Integrationsfeindlichkeit ihrer Ideologie sichtbar zu machen.“ Geworben werde in Strategiepapieren auch „für eine möglichst hohe Geburtenzahl von Muslimen“; dies sei „ein geeignetes Mittel, um den Westen in eine muslimische Mehrheitsgesellschaft zu verwandeln.“
Mitglieder der Gründungsversammlung waren Vordenker des politischen Islam, darunter der MB-Ideologe Abu l-A’la al-Mawdudi oder auch der schon erwähnte Muslimbruder Said Ramadan. So verweben sich die Fäden von MB und Weltliga ineinander. Weltweit gibt es 30 Büros sowie mindestens 5 große Islamzentren und zahlreiche Bildungseinrichtungen in Europa. Nach einer Schätzung gibt es etwa 1000 Personen, die in 94 Ländern als Prediger für die Weltliga arbeiten. Diese kann auch auf wichtige Unterorganisationen zurückgreifen, wie etwa die „International Islamic Relief Organisation“ (IIOR), für die u.a. auch Mitglieder der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) tätig sind.
Als Grundlage der Bildungsarbeit der Weltliga bezeichnet der Autor die islamischen Universitäten Saudi-Arabiens, wie z.B. die Islamische Universität in Medina, die mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet worden sei, Da’wa-Aktivisten für die Diaspora auszubilden. Dieser Hinweis erinnert an den inzwischen wegen vermuteter Kontakte zu einem Djerba-Attentäter in Frankreich inhaftierten Deutschen polnischen Ursprungs, Christian Ganczarski, der nach eigener Aussage vor mehreren Jahren von Dr. Nadeem Elyas für ein Studium an eben dieser Universität angeworben wurde (Dr. Elyas erinnerte sich nicht, stritt aber auch nicht ab, dass es solche Anwerbungen und organisierten Stipendien gab).
Johannes Grundmann nennt auch die zahlreichen von der Weltliga finanzierten Institute in europäischen Ländern. Er verweist etwa auf die wegen nachgewiesener Terroraktivitäten inzwischen aufgelöste „Haramain-Stiftung“, die zur Weltliga gehörte, sowie auf ein neues Großprojekt in Bihac (Bosnien), nämlich die Prinz Salman Akademie, in die bereits ein Betrag in Millionenhöhe geflossen sei. Ziel ist, diese Akademie zum „Ausgangspunkt für Missionierungsaktivitäten auf dem ganzen Balkan“ zu machen.
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Die Verbindungen zwischen MB und Weltliga müssen nicht unbedingt organisatorischer Art sein, auch enge personelle Verknüpfungen spielen in dem Netzwerk eine große Rolle. |
Ein Beispiel ist etwa die WAMY (World Assembly of Muslim Youth), die zwar keine Unterorganisation der Weltliga sei, aber viele Kontakte zu ihr unterhalte und ihr „zweifellos ideologisch verbunden“ sei (
siehe Symbol WAMY mit Weltkarte). Deren Arbeit gestaltet sich, so die Einschätzung von Grundmann, recht undurchsichtig.
Man stoße da auf Abteilungen, die durch die Betonung allgemein humanitärer Ziele ihre tatsächlichen Aktivitäten verbergen. Verwiesen wird etwa auf das Palästina-Komitee. Besonders eng sei die Verbindung zwischen der WAMY und der „International Islamic Federation of Student Organisation (IIFSO), eine jener Organisationen, „in denen saudisches Geld und der Muslimbruderschaft zuzurechnende Funktionäre aufeinander treffen.“ Der IIFSO-Generalsekretär sei stets im WAMY-Aufsichtsgremium vertreten.
Nach Erkenntnissen des Buchautors besteht kein Zweifel daran, „dass die WAMY Kontakte zu extremistischen Gruppen unterhält und durch Al-Qaida unterwandert worden ist, wahrscheinlich auf dem Umweg über andere islamische Organisationen (z.B. die IIRO).“ Fest stehe, „dass im Rahmen der zahlreichen Camps, die die WAMY weltweit veranstaltet, immer wieder Freiwillige für den bewaffneten Kampf ausgewählt und rekrutiert worden sind. Im Gegensatz zur Haramain-Stiftung ist die WAMY weiterhin offiziell aktiv.“ In diesem Zusammenhang sei hier auch darauf hingewiesen, dass der IGD-Vorsitzende Ibrahim el-Zayat Westeuropa-Vertreter der WAMY ist.
Wamy Homepage (arabisch):
Ibrahim Farouk el-Zayat
إبراهيم فاروق الزيات
elzayat@wamy.org
ل مكتب الندوة العالمية للشباب الإسلامي بغرب أوروبا
Repräsentant des Westeuropa-Büros der
Weltversammlung der islamischen Jugend.
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Das Buch von Johannes Grundmann gibt Auskunft über eine Vielzahl von Unter- und Zweigorganisationen. Vor allem Hilfsorganisationen verbinden ihre humanitäre Hilfe oft mit dem Aufbau von Moscheen und Bildungseinrichtungen sowie Da’wa (Missions-) Aktivitäten.
Muslimbruderschaft und Islamische Weltliga haben sich im Laufe der Jahre verändert. Die veränderten politischen Interessen Saudi-Arabiens sowie Flügelkämpfe innerhalb der Muslimbruderschaft, vor allem in deren ägyptischem Zweig, zwischen der „alten Garde“, zu der der amtierende MB-Führer Akef gehört, und der jüngeren Generation haben zu heftigen Spannungen geführt. Eigenwillige Islamistenführer wie (zeitweilig) der Sudanese Hassan al-Turabi und insbesondere der einflussreiche Scheich Yussuf al-Qaradawi haben eigene Netzwerke mit umfassendem Anspruch, besonders für den Islam in Europa, aufgebaut. (Siehe auch: Sicherheit Heute 9.10.2004: http://www.sicherheit-heute.de/gesellschaft/personen,118,
Gefaehrlicher_Aktivist_mit_religioesem_Anspruch,news.htm
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Von Qaradawi stark beeinflusste Einrichtungen, wie z.B. der Europäische Fatwa-Rat, die Rechtsakademie der Islamischen Weltliga, die „Union des Organisations Islamiques de France“ (UOIF) oder der Weltrat der Islamgelehrten mit Sitz in Dublin sind zu Sammelbecken von Muslimbrüdern mit ausgeprägtem Definitionsanspruch für den Islam in Europa geworden.
Auch wenn al-Qaradawi die radikale Ideologie der |
saudischen Wahhabiten und bestimmte salafitische Gruppen als Formalisten ablehnt, hat dieser weltweit bekannte Gelehrte eine mächtige Stellung. „Die Aktivitäten Qaradawis in Europa sind in erster Linie durch seine Überzeugung motiviert, der Islam werde langfristig als ‚Eroberer und Sieger nach Europa zurückkehren’“, schreibt Grundmann. Diese Meinung wird vielfach geteilt.
Mit Blick auf die Zukunft stellt der Autor die rhetorische Frage, ob Qaradawis Anstrengungen eine weitere Islamisierung der europäischen Gesellschaften zur Folge haben werden. Weltweite Aktivitäten „Im Sinne eines erzkonservativ-fundamentalistischen Islamverständnisses“ durch die Weltliga und die „autoritär strukturierte Muslimbruderschaft mit undurchsichtigem Innenleben“ wird es seiner Meinung nach jedenfalls auch weiterhin geben.
Eine von manchen behauptete Demokratiefähigkeit in Teilen der MB erkennt der Autor derzeit nicht. Auch wenn die Differenzen zwischen Saudi-Arabien (und damit der Islamischen Weltliga) und der Muslimbruderschaft zunehmen, wird es nach Einschätzung von Fachleuten wie Johannes Grundmann nicht zu einem vollständigen Bruch kommen. Vielmehr erwartet er, dass die pragmatische Linie fortgesetzt wird. Schließlich ähneln sich ihre Weltbilder stark, und beide Organisationen arbeiten an der schleichenden Islamisierung nichtislamischer Staaten und Gesellschaften.
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Johannes Grundmann
Islamische Internationalisten
Strukturen und Aktivitäten der
Muslimbruderschaft und der
Islamischen Weltliga
Reichert Verlag
ISBN: 3-89500-447-2
9,90 €
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